Das Flügelhorn - krilni rog

Immer schon: Seit sie denken kann liegt das Flügelhorn am Wohnzimmerschrank ihrer Eltern in Ferlach. Man hat es ein, zweimal im Jahr aus dem Stoffsackerl genommen und die Kinder durften versuchen es zum Klingen zu bringen. Woher es stamme? Ihr Vater erzählt: Vom Rückzug. Nach Kriegsende, bevor man die Grenze zu Jugoslawien endgültig schloss seien zehntausende Menschen aus dem Süden kommend, über den Loiblpass Richtung Norden gezogen – das Tal wäre voll gewesen, mit Menschen die ihr ganzes Hab und Gut bei sich trugen, Holzkarren - im Stau. „Alles“ sei liegengeblieben. Geschirr, Möbelstücke. So auch dieses Flügelhorn.

2015: Seit mehr als 20 Jahren hatte sie das Instrument nicht mehr in der Hand. Es kommt ihr während der Arbeit zum aktuellen Text in den Sinn, ja es war noch immer am Wohnzimmerschrank. Am Instrument liest sie zum ersten Mal bewusst die Gravur: Musikhaus Horn, Apatin. https://de.wikipedia.org/wiki/Apatin : Stadt in der Vojvodina, Serbien. Apatin hatte im Jahre 1820 bereits 5.389 Einwohner, darunter 5.316 Deutsche. 1881 zählte man 11.973 Einwohner (…). Bis 1944 war Apatin mit rund 14.000 Bewohnern die größte deutsche Gemeinde in Jugoslawien.

Improvisationen am Flügelhorn, Fredi Lang
13. Juni 2015, Loibltal/Brodi
6. November 2015, Graz/Gradec

12. Jänner 2016, Klagenfurter Ensemble, Klagenfurt/Celovec

Die Aufnahme wurde nicht professionell erstellt - bis Sek. 20 ist starkes, durch den Wind verursachtes Rauschen zu hören. Nicht fair den schönen Klängen gegenüber, aber so wissen wir wenigstens mit Sicherheit, dass die Töne weit fort getragen worden sind! Und das war das Ziel!