2007

In der Kirche im Loibltal gab es schon immer gemalte Kreuzwegbilder mit slowenischem Text darunter. Seit ich denken kann, waren die weißen Tücher am Altar mit slowenischen Versen bestickt. 2007 wurde die Kirche saniert. Auch die Kreuzwegbilder wurden restauriert. Die slowenischen Texte sägte man von den Holztafeln ab. Die weißen Tücher verschwanden vom Altar. Der slowenische Kirchenbeirat wandte sich an Bischof Schwarz. Dessen Antwort an meinen Vater. „Konnst Deitsch – Dann ließ die Gloria und gib a Ruh!“

Wenige Wochen später erlitt mein Vater seinen dritten Herzinfarkt, der ihn erst mal für zwei Wochen ins Koma schickte, aus dem ihn die Ärzte am Klagenfurter Klinikum aber wieder zurückholten.

Nach seiner Rückkehr entschied sich mein Vater für ein Grab am Ferlacher Friedhof.

1920

1920 eröffnete der „Deutsche Schulverein“ im Loibltal ein neues Schulgebäude und übernahm damit die Ausbildung der heimischen Heranwachsenden. Bis zu dem Zeitpunkt war die Bevölkerung beinahe ausschließlich Slowenisch sprechend. Die nächste öffentliche Schule war im 15 km entfernten Ferlach. 1938 brannte das Gebäude nieder und erst 1946 eröffnete man ein neues Schulgebäude, in welchem nach dem österreichischen Schulrecht unterrichtet wurde.

 

Orte meiner Kindheit

Eine Begegnung

Aufgrund meiner Sprache

Wo die Erinnerung herkommt

Der Ort der Kindheit meines Vaters

Der Öffentlichkeit nicht preisgegeben

1972

2007 1920

Erinnerungsspuren I

Erinnerungsspuren II

Erinnerungsspuren III

Die Sprache der Mütter

Frieden am Papier

Sommerfrische

Wohin sie nach Hause kommt